Schlechtes Zeugnis für das deutsche Bildungssystem


Bildungsmängel gefährden ökonomische Zukunft
Deutschland hätte nach Ansicht der OECD-Experten allen Grund, mehr Geld in die Ausbildung seines Nachwuchses zu investieren: Die Studie sieht in den nächsten Jahren einen steigenden Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften, während die Bevölkerung schrumpft. Zu wenige Jugendliche schlagen eine akademische Ausbildung ein: Während im OECD-Schnitt 32 Prozent eines Altersjahrganges einen Hochschulabschluss erzielen, sind es in Deutschland nur 19 Prozent.

Zu wenig Geld für Grundschulen
Besonders für die jungen Schüler wird deutlich weniger als in anderen OECD-Ländern investiert. So sind in der Bundesrepublik die Schulklassen erheblich größer, und die Schüler haben hier deutlich weniger Unterrichtsstunden als in vielen anderen Industriestaaten. Die Studie lobt jedoch in diesem Zusammenhang den von der Regierung eingeleiteten Ausbau von Ganztagsschulen.

Kindergärten teurer
Noch schlechtere Noten gibt es für den Vorschulbereich: Während im OECD-Durchschnitt 15 Kinder von einer Erzieherin betreut werden, sind es in Deutschland 24. Anders als in den meisten anderen Industrieländern zahlen Eltern drastisch höhere Kindergartengebühren.

Rot-Grüne Politiker fordern radikale Schulreform
Nach dieser scharfen Kritik am deutschen Bildungssystem haben SPD- und Grünen-Politiker ein Ende des dreigliedrigen Schulsystems gefordert. Die Kinder sollten "neun bis zehn Jahre zusammenbleiben, aber in diesem Rahmen stärker individuell gefördert werden", sagte die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Krista Sager.
Der Thüringer SPD-Chef Christoph Matschie meinte : "Die Schule für alle ist viel erfolgreicher, als wenn man die Kinder so frühzeitig sortiert".

(Mit Tagesschau.de)