Vorschläge des Rechtschreibrats

Getrennt- und Zusammenschreibung: Bei den Vorschlägen in diesem Bereich trug der Rat nach eigenen Angaben "der den Traditionen des Deutschen entsprechenden Tendenz zur Zusammenschreibung" Rechnung. Es soll also wieder mehr zusammengeschrieben werden. Nach den Vorschlägen des Rates wird etwa künftig "eislaufen" und "leidtun" oder auch "näherkommen" und "schwerfallen" geschrieben. Auch bei übertragen gebrauchten Verbindungen von zwei Verben, die als zweiten Bestandteil die Verben "bleiben" oder "lassen" haben, soll eine Zusammenschreibung möglich sein. Dies gilt zum Beispiel bei Formulierungen wie "in der Schule sitzenbleiben" oder "die Freundin stehenlassen".

Groß- und Kleinschreibung: Für diesen Bereich sollte der Rat ursprünglich keine Änderungsvorschläge vorlegen. Der Rat gab aber schließlich doch Empfehlungen ab, die vor allem im Zusammenhang mit der Getrennt- und Zusammenschreibung stehen. Begriffe wie "pleitegehen" und "bankrottgehen" sollen klein und zusammen geschrieben werden. In Briefen kann die Anrede "Du" groß geschrieben werden. Bezeichnungen wie "Hohes Haus" für das Parlament oder die "Rote Karte" im Sport sollen ebenfalls groß geschrieben werden.

Zeichensetzung: Die Vorschläge in diesem Bereich betreffen die Kommasetzung. So soll etwa bei mit «und» verbundenen Sätzen das Komma auf "selbstständige" Sätze beschränkt werden. In einem Satz wie "Es war nicht selten, dass er sie besuchte (,) und dass sie bis spät in die Nacht zusammensaßen, wenn sie in guter Stimmung war" soll ein Komma nach "besuchte" nicht mehr zulässig sein. Bei Verwendung eines bloßen Infinitivs soll die Abtrennung durch ein Komma freigestellt werden. Ein Beispiel dafür wäre der Satz "Thomas dachte nicht daran(,) zu gehen." Dagegen soll in Sätzen nach dem folgenden Muster weiter ein Komma stehen: "Anna hat es nie bereut, diese Ausbildung gemacht zu haben."

Worttrennung: Die Abtrennung von Einzelvokalen am Wortanfang und -ende soll prinzipiell ausgeschlossen werden. Beispiele dafür sind Trennungen wie "E-sel", "Feiera-bend" oder "Bi-omüll".

[Mit Tagesschau.de]